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Kohlrabenschwarz
über Cherny (diese Geschichte ist frei erfunden, einige Episoden sind wahr)
Ganz eng kuscheln sich die beiden schwarzen Kater zusammen. Der Sommer ist vorbei und es bläst ein häßlich kalter Wind. Hier in der kleinen Erdkuhle ist es nicht ganz so schlimm, aber der Regen macht ihr Fell naß und läßt sie frieren.
Wie war es doch schön, als sie noch bei ihrer Mutter waren. Es war Sommer und mit ihren Geschwistern tobten sie den lieben langen Tag durch die Gärten, in denen sie lebten. Sie waren zu viert, ein rot weißes Mädchen, ein grauer Kater und zwei schwarze Kater, wobei einer von ihnen einen weißen Latz hatte un der andere nur ganz vereinzelt am Bauch weiße Härchen aufweisen konnte. Diese vier dachten sich immer die tollstenSachen aus. Sie jagten sich und balgten. Nur vor den Menschen nahmen sie sich in Acht. Man wußte ja nie, ob sie es gut mit einem meinten. Manche Menschen waren nett und stellten ihnen Futter hin. Andere wieder verjagten sie mit bösen Beschimpfungen und einmal flog sogar ein Stein hinter ihnen her. Zum Glück waren sie flink genug und der Stein verfehlte sein Ziel. Dabei wollten sie doch nur gucken, wo der herrliche Duft herkam. Sie hatten Hunger und ihre Mutter war schon länger weg. Dabei hatte die Mutter ihnen gesagt: "Meidet die Menschen, denn sie sind böse". Aber wenn der Bauch leer ist und ein Duft nach Gebratenem in der Luft liegt, vergißt man schon mal alle Warnungen. Zum Glück kam ihre Mutter bald wieder und hatte eine dicke Maus dabei. Das war zwar für die 4 hunrigern Katzen nicht gerade viel, aber ihre Mutter gab sich die größte Mühe, ihre Kinder satt zu bekommen. Und dann gab es ja noch die Futterplätze, die die lieben Menschen eingerichtet haben. So verging die Zeit und aus den kleinen süßen Katzenbabys waren hübsche Katzenkinder geworden. Die Mutter nahm sie nun oft mit, wenn sie auf Futtersuche ging und brachte ihnen einige Tricks bei. Sie zeigte ihnen, wie man am besten den flinken Mäusen auflauerte, oder einen unvorsichtigen Vogel fängt. Außerdem führte sie die Geschwister noch in die Nähe der Menschen. An jene Stellen, an denen die Zweibeiner ihre Abfälle abstellten. Man mußte nur noch mit der Nase suchen, wo etwas leckeres in den Tüten war. Die Tüte aufreißen und den Inhalt verspeisen hatten die Katzenkinder schnell gelernt. Die Mutter ging auch manchmal ihre eigenen Wege, aber die Kätzchen hatten ja gelernt, wie man sich beschäftigt. Sie erforschten die Umgebung und fanden auch so manches Freßbare. Sie wußten nun auch, wie man sich am besten vor den Menschen verbirgt und trotzdem immer im Bilde war, wo es etwas zu Fressen gab. Es gab auch einige Teiche in den Gärten, in denen kleine, leckere Fische schwammen. Diese herauszufischen war eine echte Herrausforderung. Aber wehe, wenn ein Mensch in der Nähe war. Dann hieß es, so schnell wie möglich weglaufen und verstecken.
Eines Tages warteten sie vergeblich auf ihre Mutter und auch die nächsten Tage kam sie nicht. Sie war wohl der Meinung, das ihre Kinder jetzt groß genug sind und allein durch's Leben kommen. Die Vier hatten ja auch viel gelernt und lebten in einer Gegend, wo es genug zu fressen gab. Man mußte sich nur vor den Menschen in acht nehmen. Manchmal nachts, wenn die Menschen weg waren, lagen sie auf herrlich bequemen Polstern. Man mußte nur wissen, wo diese zu finden waren. Aber in so einer Gartenanlage war das ja nicht schwer. So ging es den Vieren ganz gut. Sie schlugen sich zusammen durchs Leben. Zwei der Katzenkinder hatten einen Garten gefunden, wo es immer etwas zu fressen gab und wo extra für sie weiche Decken auf einer Bank lagen. Bald waren sie immer dort zu finden und fassten schließlich Vertrauen zu den Menschen. Sie ließen sich anfassen und schnurten vor Vergnügen, wenn sie gekrault wurden. Eines Tages nahmen die Menschen die 2 kleinen Mietzen mit. Sie gaben ihnen ein schönes, warmes zu Hause, denn in den Gärten war es jetzt nicht mehr so gemütlich. Die Blumen waren verwelkt und die Bäume warfen ihre Blätter ab. Die Sonne wärmte nicht mehr und oft war sie gar nicht zu sehen. Dafür regnete es. Nun waren die 2 schwarzen Kater allein. Sie schlugen sich tapfer durch das Leben, aber es wurde jeden Tag schwerer, etwas zu fressen zu finden. Die Menschen kamen immer seltener und es stellte kaum noch einer etwas für die Katzen hin. Die Mäuse zogen sich auch tiefer in ihre Höhlen zurück. Die 2 besuchten nun öfter die Müllplätze der Menschen und durchwühlten die Tüten nach etwas Freßbaren. Aber auch hier wurden sie häufig verjagt. So gingen sie manchmal hungrig zum Schlafen. Sie hatten sich eine kleine Erdkuhle gesucht, in der etwas Laub lag. Aber richtig gemütlich war das nicht. Die zwei schwarzen Kater gingen immer gemeinsam und hielten zusammen. Sie schliefen eng aneinandergekuschelt und wärmten sich. Es wurde sehr kalt und der erste Schnee fiel vom Himmel. Die beiden frohren erbärmlich und hatten Hunger. Da kam ihnen der große Napf gefüllt mit herrlichem Futter vor, wie ein Traum. Der Napf stand am Müllplatz und so mußten sie heut nicht in denTüten wühlen, um ihren Hunger zu stillen. Fast vergaßen sie ihre Vorsicht und begannen zu fressen. Heißhungrig, beinahe gierig schlangen sie die leckeren Brocken hinunter. Eine Bewegung hinter ihnen ließ sie innehalten, sich ducken und davonflitzen. Sie hatten schon viel erlebt mit den Menschen und nahmen sich in acht. Aber die leckere Mahlzeit ging ihnen nicht aus dem Kopf, so daß sie zu später Stunde, als alles ruhig war, nochmal an den Müllplatz gingen. Der Napf war noch da und er war bis oben hin gefüllt. Ringsum war Ruhe und so ließen sie sich ihr Festessen schmecken. Bis auf den letzten Krümel putzten sie die Futterschüssel leer. Dann gingen sie satt und zufrieden wie schon lange nicht mehr zurück zu ihrer Kuhle und schliefen seelig bis in den späten Morgen. Von nun an besuchten sie den Platz öfter und fanden immer ein mit Futter gefülltes Gefäß vor. Wenn Menschen in der Nähe waren, warteten sie ab, bis sie ungestört fressen konnten. War es nun ihre eigene Unvorsichtigkeit, oder die Überlegenheit der Menschen? Einer der beiden Kater, der kohlrabenschwarze, saß plötzlich in einer Falle. Ringsherum Gitterstäbe. Der andere Kater war in Panik geflüchtet. Was nun? Das Gitterding wurde in ein Auto verfrachtet und der Schwarze wurde weggefahren. Er hatte panische Angst, was würde jetzt geschehen? Auf einmal war Stille und man trug ihn in ein Haus. Zwei große Hände griffen nach ihm. Er wehrte sich nicht, viel zu groß war seine Angst. Man setzte ihn in einen großen Käfig mit einer Decke und Futter und Wasser. Der Schwarze verkroch sich in die äußerste Ecke und fiel bald in einen unruhigen Schlaf. Er war im Tierheim. Geweckt wurde er durch ein Klappern in seiner Nähe. Er blinzelte aus seiner Ecke hervor und sah, wie ein Schwarzer Kater in die Box neben ihm gesetzt wurde. Es war sein Bruder, aber beide hatten zuviel Angst, um das wahrzunehmen. In den nächsten Tagen passierten viele wundersame Dinge. Der Schwarze wurde untersucht und bekam eine Spritze. Danach schlief er tief und fest. Als er aufwachte, fühlte er sich irgendwie anders, aber er wußte nicht, wie. Täglich mehrmals kam eine Frau zu ihm und gab ihm frisches Futter und Wasser. Sie versuchte auch, ihn anzufassen, doch seine Angst vor den Menschen war noch zu groß. Aber er fing an, sich auf seine Pflegerin zu freuen und irgendwann zuckte er nicht mehr zurück, wenn sie ihn berührte. Sein Bruder war bald nicht mehr da. Der wurde von 2 Menschen abgeholt, die ihn mit zu sich nach Hause nahmen, Der Schwarze sollte bald in das Katzenzimmer umziehen. Man wollte ihn nur noch etwas an die Umgebung außerhalb des Käfigs gewöhnen. Am anderenMorgen, er hatte gerade sein Frühstück vertilgt und wartete, das seine Pflegerin ihn rausläßt, damit er das Zimmer erkunden kann, kamen 2 Menschen. Sie sahen ihn an und redeten freundlich auf ihn ein. Er hatte seine Angst vor den Menschen noch nicht ganz verloren und verdrückte sich in die hinterste Ecke seiner Behausung. Erst auf dem Arm seiner Pflegerin fühlte er sich etwas sicherer und ließ sich von den fremden Menschen anfassen. Er wurde dann wieder in eine Box gesteckt und mit einem Auto davon gefahren. Von seinem neuen Zuhause hat er erst gar nichts mitbekommen, denn sobald die Box aufgemacht wurde, verschwand er ängstlich unter einer Eckbank und blieb dort hocken.
Für ihn begann nun ein Leben ohne Hunger in einer warmen Wohnung mit Menschen, die ihn lieben. Das wußte er zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht, denn die Angst war noch stärker als die Neugierde. Aber bald begann er seine neue Umgebung zu erforschen und er verlor die Angst vor den Menschen.
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